– oder die Wagenburg der Woelckchen

Nach langer ⌛ Vorbereitungszeit, mehreren gedanklichen Rangiermanövern und vermutlich mindestens einer inneren Vollbremsung hat Stefan es tatsächlich geschafft einen gemeinsamen Termin zu finden😅: Die Gruppe Wagenburg war geboren. Damit stand dem ersten beeindruckenden, beinahe internationalen Häppening nichts mehr im Wege.

Am Freitagmittag setzten sich die Woelckchenfraktionen aus dem Enz-, Kraich-, Stroh- und Heckengäu in Bewegung. Ziel des ersten Sammelns war der Pulverdinger Wald bei Enzweihingen.

Normalerweise zieht der Tross in den Geschichten ja würdevoll gen Westen. Wir beschlossen jedoch, die Tradition kurz zu ignorieren, drehten die Himmelsrichtung um und zogen tapfer gen Osten auf das schwäbische Härtsfeld.

Erstaunlich reibungslos rollte der Konvoi über B10, B14 und B29 durch Stuttgart bis kurz vor die bayerische Grenze bei Nördlingen. Für einen Freitagnachmittag war das fast verdächtig harmonisch — vermutlich hatte der Verkehr für uns eine Rettungsgasse gebildet.


Nun wurde es ernst: Die Woelcksche Wagenburg verlangte nach Mathematik. Nicht nach irgendeiner Mathematik, sondern nach jener hochsensiblen Disziplin, bei der sechs Autos, mehrere Menschen, ein Platz und ein sehr optimistisches Augenmaß miteinander in Einklang gebracht werden müssen.

Zunächst stellte sich die Grundsatzfrage: Wie viel Kreis braucht der Mensch, wenn sechs Fahrzeuge möglichst würdevoll und ohne gegenseitige Stoßstangenberührung eine Burg bilden sollen?

Die wissenschaftliche Ausgangslage:
• Länge eines Autos: 6,40 m
• Abstand zum nächsten Auto: 2,00 m
• Platzbedarf pro Auto: 8,40 m
• Anzahl der Fahrzeuge: 6

Daraus ergab sich ein Gesamtumfang von 50,40 m. Spätestens an diesem Punkt nickten alle kundig, auch diejenigen, die innerlich bereits auf Kaffee umgeschaltet hatten.

Mit der ehrwürdigen Kreisformel R = U / 2π wurde anschließend der Radius berechnet. Heraus kam ein Wert von ungefähr 8,02 m — also ziemlich genau die Entfernung, bei der man noch souverän wirkt, aber schon leicht ruft: „Passt das hinten noch?“

Da Autos bekanntermaßen nicht nur lang, sondern auch breit sind, musste nun noch die halbe Fahrzeugbreite abgezogen werden. Nach dieser feierlichen Rechenoperation blieb ein Innenradius von rund 7,02 m übrig. Das entspricht einem Innendurchmesser von etwa 14,04 m und klingt deutlich beeindruckender, wenn man es langsam ausspricht.

Das amtliche Woelckchen-Fazit:
Für sechs Autos mit zwei Metern Abstand braucht es innen mindestens 7,02 m Radius. Wer jedoch echte Autos, echte Fahrerinnen und Fahrer sowie echte Rangierlaune berücksichtigt, plant besser mit 7,50 m. Denn Fahrzeuge sind leider keine biegsamen Salamischeiben, sondern stehen als störrische Sekanten im Kreis. Deshalb gilt: Lieber etwas mehr Platz einplanen, bevor aus der Wagenburg versehentlich ein Blechpuzzle wird 🤭  

Nach diesen streng wissenschaftlichen Berechnungen konnte sie schließlich bei der Ankunf entstehen:

Die erste ☁️ Woelcksche Wagenburg — ein Meisterwerk aus Fahrzeugen und kollektivem einparken.

Kaum waren wir an der Ringlesmühle angekommen, trudelten auch schon die Schwarzwälder und Franken ein. Damit war die Truppe komplett, die Spannung groß und der Bedarf an präziser Parkplatzkunst unübersehbar.

Nachdem die höhere Parkplatzgeometrie erfolgreich bezwungen war, ging man nahtlos zur Vorstellung der einzelnen Woelckchen über – Christine, Stephan & Wolle; Wally, Helle & Eddie; Jutta, Günther & Rosalie; Judith, Rüdi & Häppy; Susi, Thomas & Erni, Petra, Bernd & R2F2; bevor es zur nächsten wichtigen Disziplin weiterging: Kaffee, Zitronenkuchen und Hefekranz. Dort wurde fachkundig über unsere Besten, bereits bewältigte Reiseziele und künftige Abenteuer gesprochen — also über alles, was man mit vollem Kuchenteller besonders überzeugend besprechen kann.


Am Abend wanderte die Gesprächsrunde schließlich in die Mühle, wo Wally ein wunderbares Abendessen mit geräucherter Forelle und Kartoffelsalat organisiert hatte. Und weil gute Geschichten, gute Pläne und guter Kartoffelsalat bekanntlich Zeit brauchen, wurde bis spät in den Abend weitergeredet.


Der Samstagmorgen begann sportlich — zumindest für diejenigen, die das Bad im kühlen Schwimmteich nicht nur als mutige Grenzerfahrung, sondern tatsächlich als Morgensport verbuchten. Anschließend wurde beim ausgiebigen Frühstück in der Sonne wieder Energie gesammelt, schließlich stand ein Programmpunkt von höchster fachlicher Bedeutung bevor: die große Woelckchen-Fahrzeugschau.

Jedes Auto wurde nun innen wie außen gründlich begutachtet, vorgeführt, bewundert und vermutlich innerlich mehrfach auf die persönliche Wunschliste gesetzt. Entsprechend oft hörte man ein fachkundiges „Ah!“ — übersetzt: „Muss ich haben!“ — gefolgt von einem überzeugten „Oh!“ — was in Woelckchen-Sprache ungefähr bedeutet: „Brauche ich auch, und zwar dringend.“


Am Nachmittag erreichte die Verpflegung dann ein neues Niveau: Rüdi verwöhnte die Runde mit frisch gebackenen Zimtschnecken aus der autoeigenen Bäckerei. Damit war endgültig bewiesen, dass ein Woelckchen nicht nur fahren, schlafen und staunen kann, sondern auch genial backen.


Ab 17 Uhr war es schließlich soweit, es wurde zum gemeinsamen Grillevent übergeleitet. Grillmeister Stefan übernahm souverän das Kommando über Gas und Rost, während dazu die tollsten Salate gereicht wurden. Thomas steuerte Kartoffeln aus der Airfreight bei — ein Gerät, das an diesem Abend sehr wahrscheinlich kurz davorstand, in den offiziellen Kreis der Woelckchen-Hilfsmittel aufgenommen zu werden.

So wurde aus dem Samstag ein rundum gelungener Tag: ein bisschen Schwimmteich-Mut, viel Fahrzeugbegeisterung, noch mehr Fachsimpelei, süße Zimtschnecken und ein Abendessen, bei dem niemand hungrig blieb — außer vielleicht nach neuen Reiseideen.


Der Sonntag wurde dann ganz bewusst im Schongang gestartet: erst einmal gemütlich frühstücken, noch ein bisschen plaudern, letzte Krümel sichern und dabei so tun, als hätte niemand innerlich bereits die Packliste sortiert. Natürlich wurde auch gleich das nächste Treffen ins Auge gefasst — denn wer einmal eine Woelcksche Wagenburg erlebt hat, kann schließlich nicht einfach wieder in ein gewöhnliches Parkleben zurückkehren. Danach hieß es langsam Abschied nehmen, winken, rollen, hupen und sich auf Heim- oder Weiterreise machen — mit vollen Mägen, vielen neuen Ideen und dem sicheren Gefühl:

Das war nicht die letzte Burg aus Woelckchen.

Schee war’s mit euch!